Polizei

20.04.15 DüGiDa feiert an Hitlers Geburtstag

Das absurde Schauspiel ging gestern in die nächste Runde. Grillen und feiern wollten sie gestern, die Faschos von DüGiDa. Am Geburtstag von Hitler und nicht mal das war ein Grund für Polizei und Verwaltungsgericht, diese pure Provokation an diesem Montag zu verbieten. Das Grillen ja, das hat man nicht haben wollen aber an Hitlers Geburtstag mit Fremden- und Linken-feindlichen Parolen durchs, wiedermal extra dafür weiträumig abgesperrte Bahnhofsviertel zu ziehen und die Leute beleidigen und angreifen, das ist kein Problem. Erst sah es lange so aus als würden sich wenigstens nicht mehr als 20 ewig Gestrige zur Party trauen. Dann wurden es aber doch noch knapp über 40. Ihnen gegenüber standen ca. 500 wütende AntifaschistInnen, die trotz des ekelhaften Anlasses gemeinsam dafür sorgten das zumindest außerhalb der Gitter, Menschlichkeit und Nächstenliebe, das Rest Stadtbild prägten. Am Hbf wurde lautstark über die Hassreden hinweg skandiert und die Menschen vom CSD und dem Türkei Zentrum sorgten am Stresemanplatz wie immer für sehr gute Stimmung. Auf der Route der Nasen war an diesem Tag an einigen Bürofassaden eine deutliche Botschaft für die Faschos angebracht worden:

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Für viel Gelächter sorgten hingegen die von den Faschos getragenen Transparente gegen Linksfaschisten und gegen Chaoten. Wäre das ganze in Wahrheit nicht so ernst und die aggressiven Übergriffe der Faschos die immer mehr zunehmen nicht so brutal, Mensch hätte ihnen glatt einen Funken Humor unterstellen können. Doch leider ist das ganze ja eben doch gewalttätige Realität. Das bedauerlichste an diesem Tag war eindeutig das viele Zolipisten nicht mal wussten an was für einem Datum sie da die Nazis hofierten. Als man sie darüber aufklärte, klappten einige uniformierte Münder auf und man sah das sie sich spätestens ab dem Zeitpunkt nicht mehr wirklich wohl fühlten dort wo und wofür sie standen. Kurz nach 21uhr war das perverse Stelldichein dann endlich vorbei und die Nasen wurden durch den hermetisch abgeriegelten Hbf nach Hause geschickt. Mensch sieht sich dann wohl spätestens nächsten Montag wieder auf der Straße.

Fotos: https://www.flickr.com/photos/99145900@N05/sets/72157652099406995/

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13.04.15 Dügida, BlockiererInnen und die Cops

Wieder mal ein ereignisreicher Montag. Menschen die schon vorher durchgesickert waren oder grade noch durchsickerten starteten um 18uhr eine ca. 30 Mensch starke Sitzblockade auf der Friedrich-Ebert-Straße, auf der Route der Dügidas. Die Cops wollten sie erst räumen und zerrten sie rabiat zur Seite (Bericht von DSSQ http://duesseldorf-stellt-sich-quer.de/blog/2015/04/14/sitzblockade-auf-der-route-von-duegida-polizei-geht-unverhaeltnismaessig-gegen-gegendemonstantinnen-vor-duegida-musste-auf-den-gehweg/  ) doch bildeten dann einen Kessel um sie und es blieb auch dabei bis Beendigung der Veranstaltung, so das die Dügidas die Straße dort nicht nutzen konnten und über den Bürgersteig geführt werden mussten, was bei knapp über 40 Teilnehmern auf deren Seite auch nicht zu schwierig war. Ungefähr zeitgleich versuchten ca. 80 AktivistInnen auf der Karlstraße gemeinsam durch die Gitter zu kommen, weshalb die Cops mal wieder völlig überreagierten. Das sofort Literweise Pfeffer eingesetzt wurde, ist man ja inzwischen gewöhnt hier in Düsseldorf aber es wurde mal wieder mit unverhältnismäßiger Brutalität mit dem Knüpel auf die Menschen eingeprügelt. Man hörte laute Schmerzensschreie und darüber wutentbrannte Stimmen der AktivistInnen. Es kam zur Einkesselung von ca. 30 Menschen direkt vor Ort. Ein anderer Teil entfernte sich widerstrebend über die Immermanstraße wobei die Cops immer wieder auf jeden einprügelten den sie zu fassen bekamen. Dann kam es zu einer zweiten Einkesselung, von noch einer Handvoll AktivistInnen. Später wurden die beiden Kessel zusammengeführt und es wurden die Personalien aufgenommen und es gab wohl auch mehrere in Gewahrsam nahmen. Bei der Kundgebung am Stresemanplatz umringte die Zolipei die anwesenden Demonstranten und man sah das sie Leute suchten um sie raus zu ziehen. An der Kundgebung am Hbf war es das gleiche Spiel und wiedereinmal waren verdammt viele Zivicops rechtswidrigerweise auf allen Kundgebungen, die ungeniert in die Menge zeigten, damit die Cops einzelne Menschen hätten raus ziehen können und es teilweise auch taten. Auf ihrem Rückweg musste Dügida wieder an der Sitzblockade über den Bürgersteig geleitet werden und wurde am Hbf von lauten antifaschistischen Parolen empfangen. Als die Abreise von eben solchen Parolen begleitet wurde kam es wieder zu einer Ingewahrsamnahme, aufgrund der Aussage eines Zivis. Auch wenn die Cops ihr möglichstes tun um den Gegenprotest zu kriminalisieren, werden die Menschen die zum Gegenprotest kommen immer entschlossener sich das ganze absurde Schauspiel nicht mehr bieten zu lassen.

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26.03.15 Protestaktion vor dem Polizeipräsidium Düsseldorf #DSSQ

Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ hatte zur Protestkundgebung um 13uhr vor dem Polizeipräsidium aufgerufen und ca. 60 Menschen (viele mit Transparenten oder selbst gemalten Schildern) waren gekommen um ihren Unmut gegenüber dem Verhalten der Polizei zum Ausdruck zu bringen, die seit Monaten, Montag für Montag, AntifaschistInnen kriminalisiert und äußerst hart gegen Sie vorgeht, mit Schlagstock und Pfeffer. Wohingegen die Faschos von DüGiDa, trotz mehrfacher schwerer Straftaten, freundlichst durch die Stadt hofiert werden. Gleich zu Anfang stellte Oliver Ongaro klar, hätte es nicht das übergroße Polizeiaufgebot gegeben hätte es auch kein DüGiDa gegeben!

Danach wurde eine (unvollständige, vorläufige) Aufzählung der Gewalttaten und Volksverhetzenden Aussagen der DüGiDasten verlesen (Die Liste war lang und dauerte knapp 5min.). Es sprachen insgesamt 7 RednerInnen. Oliver Ongaro für DSSQ, Thorsten Nagel von den Falken, Christian Jäger für die Linke, Kemal Kiran für`s Türkei Zentrum Düsseldorf, Denni Kröger Junge Grüne,  eine Sprecherin der Kitty Hooligans und Jürgen Schuh des VVN BdA. Es waren energische und kraftvolle Reden voll berechtigter Wut doch auch angereichert mit Kampfgeist. Egal wie lange der Spuk noch geht der Zusammenschluss der einzelnen Menschen und verschiedenen Gruppen wird dadurch nur von Woche zu Woche größer.

Fun-Fakt : Am Rande der Kundgebung wurde mit Kreide auf den Boden gemalt und der Rücktritt von Polizeichef Wesseler gefordert, dies veranlasste die Polizei später zweimal bei den Anmeldern anzurufen und das sofortige entfernen zu fordern. Was der Regen inzwischen sicherlich übernommen hat. https://www.facebook.com/duesseldorfstelltsichquer/photos/a.1530054737246462.1073741828.1529481577303778/1560796000839002/?type=1&theater

Die Auflistung der Vorwürfe gegen DüGiDa ist hier zum Download bereit gestellt: http://www.anti-kapitalismus.org/sites/default/files/downloads/unvollstaendige_auflistung_rechter_straftaten_rings_um_die_duegida-aufmaersche_0.pdf

Fotos: https://www.flickr.com/photos/99145900@N05/sets/72157651570455151/

Videos:

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=Ur1KeuWWRok (Auftaktrede + Auflistung der Straftaten Ongaro,Nagel)

Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=AQOpoZ1FWrY&feature=youtu.be (Weitere Straftaten und Rede Jäger)

Teil 3: http://youtu.be/FYWe_92WYFQ  ( Kemal Kiran )

Teil 4  http://youtu.be/hWdpSbaePSs ( junge Grüne

Teil 5 http://youtu.be/FhDbrUdOsjs ( Kitty Hooligans )

Teil 6 http://youtu.be/H70PB0bc7uM (VVN-BdA )

Aktion für den nächsten Montag: Ostern Nazifrei dank Osterei: https://www.facebook.com/events/366976996830478/

02.03.15 Düsseldorf wehrt sich gegen DüGiDa

Das Unverständnis und die Wut, gegenüber dem Verwaltungsgericht und der Zolipei, steigt bei den Düsseldorfern von Woche zu Woche! Wie leider nicht anders zu erwarten war, hatte das Verwaltungsgericht, trotz länger bestehender Anmeldung des Bündnisses #DSSQ, mal wieder zu Gunsten der Nazis entschieden und den Demoteilnehmern erneut verwehrt, auf ihre Kundgebung zu kommen. Anders als letzte Woche, war man aber, mit der Klage dann vors Oberverwaltungsgericht in Münster gezogen und hatte dort auch Recht bekommen. Das schien die Pozilei aber kein Stück zu interessieren!  Erbost schwenkten die Düsseldorfer, in Erinnerung an die Schwedin Danuta Danielsson (die 1985 einem Nazi mit einer Handtasche eine mitgegeben hatte), ihre mitgebrachten Handtaschen. An anderer Stelle versuchten, kurz darauf, ein paar Menschen, die sich diese Unverschämtheiten nicht mehr bieten lassen wollten, sich eine Öffnung der Gitter geben zu lassen, wurden aber mit Knüppel und Pfeffer überredet sich doch woanders hin zu begeben. Die Zolipei reagierte so, wie man es inzwischen von ihr gewöhnt ist und zwar völlig „über“. Sie kesselte (durch eine Polizeikette hinter der Kundgebung) die Demonstranten am Mintropplatz und wollte, über eine halbe Stunde, niemanden mehr zu ihnen stoßen lassen. Dann gelang es aber doch ein paar Entschlossenen, auf die Route zu kommen und die Kreuzung zu blockieren. Erbost über diesen Erfolg, fing die Pozilei an, in den Reihen der noch vor den Gittern stehenden Demonstranten, ihnen bekannt vorkommende Gesichter zu suchen um diese raus zu ziehen. Derweil marschierte der Faschotrupp laut Hetzparolen rufend über die Adersstraße, markierte (wie auch letzte Woche) per Taschenlampen eine Flüchtlingsunterkunft (was als eindeutige Drohung zu werten ist!) und das Dittmer besaß sogar die Dreistigkeit, unter den Augen ihrer Freunde von der Zolipei, bei Anwohnern zu klingeln und diese als „Volksschädlinge!!!“ zu beschimpfen! Wie seit Monaten, gab es auch diesmal wieder Hitlergrüße die aber der Zolipei, Wunder oh Wunder, mal wieder nicht auffielen. Und es wurden Hassparolen vor der Moschee gerufen. Einigen Anwohnern reichte es mit der Hetze und es bewegten sich ein paar Eier durch die Luft auf die Dügidas.  Die Blockade, auf der Kreuzung am Mintropplatz, wurde dann von den Cops rabiat zur Seite gepresst und mit dem Knüppel bearbeitet, um die Faschos im Laufschritt an ihr vorbei zu leiten. Im Hauptbahnhof kurze Zeit darauf, gab es dann ein paar Festnahmen, darunter dann allerdings auch zwei Faschos, was mit Applaus und lautem Gelächter der Demonstranten begleitet wurde. https://www.facebook.com/video.php?v=869313856443465&set=vr.869313856443465&type=2&theater

Ein Glatzkopf (siehe Bild von seiner kurzzeitigen PK) der sonst gerne auch mal auf Demonstrantinnen einschlägt und tritt war bei der Abreise dann ziemlich kleinlaut als er mit seinem Papa von den Cops alleine gelassen wurde. Er hatte Glück das AntifaschistInnen eben nicht so brutal und erbarmungslos sind wie das Pack selbst, sonst wäre der Abend sehr übel für ihn ausgegangen! Lustigerweise kam ihm ein Mensch mit Migrationshintergrund mit einem Taschentuch zur Hilfe wofür er sich dann auch brav bedankte.

Später am Abend wurde dann noch ein Mensch, aufgrund einer Anzeige eines Faschos, im LZ von der Pozilei unter Generalverdacht, wegen des tragens eines Ohrtunnels, gestellt. Nach einer Diskussion von einer halben Stunde, ließ der 4 Sterne Cop dann aber doch von seinem Vorhaben ab, da er ansonsten keinerlei Indizien hatte die auf diese Person zugetroffen hätten.

Es reicht! Das was da Montags immer auf Düsseldorfs Straßen abläuft kann von aufgeklärten Menschen einfach nicht mehr geduldet werden!

Bild des Tages! (Danke an den zufälligen Fotografen)

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19.01.15 DüGiDa Gegenprotest „Düsseldorf stellt sich quer“

Am Montag war es mal wieder soweit und für ca. 80 Hirn und Haar befreite wurde Düsseldorf wieder verkehrstechnisch halb lahm gelegt. Wie auch letzte Woche gelang es spielend die Kreuzung vor dem Hbf zu blockieren und auch an der Karlstraße hätte ein Durchbruch plus Blockade beinahe funktioniert. Zwei AktivistInnen gelang es auf die DüGiDa Demo zu kommen und Sie wurden laut „Siamo tutti Anitifascisti“ rufend wieder aus ihr rausgezogen. Auf der Strecke wurden mehrere Restaurants von Hundertschaften bewacht weil dort AktivistInnen vermutet wurden. Das Gehege für Melanie Dittmer und ihre braunen Freunde reichte bis zum Mc Doof an der Kreuzung Graf-Adolf-Straße Ecke Oststraße und wurde umringt von über Zweitausend AntifaschistInnen. Mehrmals kam es zu Pfeffer und Schlagstockeinsätzen, doch das Hauptziel der Cops schien es zu sein Leute rauszuziehen die letzte Woche im Hbf waren, da es ja Anzeigen gegen die Polizei wegen unverhältnismäßger Brutalität gegeben hatte und da wollte man sich wohl mit Gegenanzeigen rächen. Beim Abtransport der braunen Horde hielt sich die Polizei im Hbf diesmal zurück, sperrte diesen nur wieder über eine halbe Stunde komplett. Im Bahnhof und an den Gleisen wurde das ganze wohl mit lautstarkem und witzigem Protest begleitet.

Video https://www.youtube.com/watch?v=ShKjJQmD9bE&feature=youtu.be

Ein weiteres Video: https://www.youtube.com/watch?v=nwwOO8ZSn4k

Am Sonntag gibt es ein Blockadetraining im Falkenheim Tannenhof  https://www.facebook.com/events/1548548442098459/ und am Am Montag 26.01.15 geht das Spiel in die nächste Runde. Also alle wieder spätestens um 17 uhr vor Ort sein und wenn es möglich ist die Route zu einem Standplatz verkürzen!

Pressemitteilung des Bündnisses „Düsseldorf stellt sich quer!“

Düsseldorf, den 20.1.2015

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=629767817153010&id=601098770019915&pnref=story

Bild 1 die Schildbürger von der Zolipei

Bild 2 zwei Omas die im Schilde führten auf die DüGiDa Demo zu gehen doch in der falschen Demo landeten und alle als „dreckige linke Zecken“ beschimpften

und

3. Bild ein gutes Schild 😉

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20.-23.11.14 Blockupy Frankfurt #dance #talk #act Erlebnisbericht

Wir sind am Donnerstag Abend „voll bepackt mit tollen Sachen…“ nach Frankfurt gefahren.
Da sich an diesem Tag alles länger hingezogen hatte als gehofft, verzichteten wir auf das Begrüßungsprogramm und blieben in der uns großzügigerweise zur Verfügung gestellten Unterkunft.
Freitag
Als wir am nächsten Morgen am Studierenden Haus ankamen, kippten wir schnell ein paar Kaffee und gingen zu den ersten Workshops u.a. „Neu siegen lernen“ wo es darum ging wie man die Proteste der letzten Zeit geschichtlich werten könnte , die Enttäuschung über die Syriza Partei in Griechenland (über SPD und die Linke sowieso) und ob man Hoffnung in die Podemos Partei in Spanien setzen soll. Ein Fazit war, das wichtigste ist der Kampf auf den Straßen um dadurch Druck auf Parteien etc. auszuüben.
Andere hatten in der Zwischenzeit schon begonnen noch mehr Umzugskartons zu preparieren. Nachdem sich alle dank der VoKü gestärkt hatten, ging es weiter im Programm.
Im Hof fand ein Blockadetraining statt wo z.B. Sitzblockaden, Bullenketten durchfließen, aus Kesseln ausbrechen und erleichtertes übersteigen von Hamburger Gittern geübt wurde, da das Ziel der Demo am Samstag die Eingangstür der EZB sein sollte. Das Training war keineswegs nur für „Anfänger“ interessant und hat sehr viel Spaß gemacht (Grüße an die Bezugsgruppe Bazinga ).
Im direkten Anschluß, doch einiger Entfernung gab es dann ein großes gemeinsames Plenum mit ca. 300 Teilnehmern. Es nahmen u.a. Aktivisten aus Italien, Schweden, Belgien, Spanien, Dänen, Griechenland und Zypern teil. Auf dem Plenum wurde auch eine aktuelle Aussage der Polizei rezitiert, die ungefähr lautete das sie damit rechne das die Demonstranten versuchen würden ans EZB Gebäude zu kommen, Klamotten über den Stacheldraht des Zauns legen und (O-Ton) „mit Farbe gefüllte Frauenhandtaschen Richtung Gebäude werfen würden“ was für sie soweit ok wäre und zu kreativem Protest zählen würde (Die Aussagen klangen dann Samstag nach der Aktion leider wieder mal anders).
Was für weitere Belustigung unter allen Aktivisten sorgte war ein Fragebogen der rumgereicht wurde, auf dem Fragen standen wie, aus welcher Organisation bist du? Gehörst du zum Ko-Kreis? Wie willst du deine Ziele erreichen etc. Eigentlich fehlten nur die Felder, Name, Adresse und welche Straftaten würdest/hast du schon begangen? Ich will der Person die die Dinger erstellt hat keine böse Intentionen unterstellen aber das Ding war ein total Fail. Das sarkastische Ausfüllen mit Forderungen wie „Ein humaner Polizeistaat“ etc. haben wir uns dann doch noch grade verkneifen können.
Es gab wohl an dem Tag auch noch zwei Stadtrundgänge bei denen es eine Straßenblockade mit Kartons gab und ein Anwerbezentrum der Buindeswehr soll in einer feministischen Aktion mit Wolle umwickelt worden sein so das keiner rein und raus kam.
Nachdem wir noch etwas gegessen hatten (bester Bauernsalat seit langem) beschlossen wir in unser Quartier zu fahren um am nächsten Tag so fitt wie möglich zu sein, allerdings wurde die Nacht dann doch noch etwas länger und „gesellig“.
Samstag
Einige von uns nahmen morgens noch an AG`s und Plenas teil, der größere Teil fuhr etwas später direkt zum Startpunkt der Demo um dort weitere Vorbereitungen für später zu treffen.
Nach einiger Zeit gesellte sich ein äußerst seltsames Pärchen zu uns das sich als „Berliner Antifa“ (weiter unten kommt mehr dazu) vorstellte. Beim Anblick der beiden erforderte es schon etwas Mühe über diese Aussage nicht sofort lauthals zu lachen (Der Typ begann auch ungefragt uns von 40.000 Soldaten vor der Ukraine etc zu erzählen), doch man will ja nicht unhöflich sein und so verlagerten wir nur unseren Standort ein wenig.
Als die Demo losging waren schon ca. 2000 Leute vor Ort deren Anzahl während der Route noch auf bis zu 3000 anstieg. Es war schon ein lustiges Bild das die Demo mit ihren Unmengen an Umzugskartons abgab. Hier und da wurden auf der Strecke Parolen mit Kreidespray hinterlassen.
Als man mit der Demo an der EZB ankam ging alles recht schnell, Kartons wurden zu Treppen und Zäune zu offenen Toren. Hunderte Aktive strömten über und durch die Barrikaden und hinterließen die Blockupy Farben auf der Fassade der EZB. Eigentlich hatten noch weit mehr Leute Lust sich das Gebäude aus der Nähe anzusehen, wurden aber mit Schlägen, Tritten , Pfefferspray und Tonfa-hieben von den Cops daran gehindert. Ohne das es auf dem Gelände zu einer Eskalation irgendeiner Art kam verließen die Aktivisten gemeinsam, selbstständig und freiwillig das Gelände wieder. Dann war die Aktion auch schon beendet und man ging in großen Gruppen zum Studierenden Haus um sich da bei sehr leckerer Vokü zu stärken und den Erfolg zu feiern.
Als dann Flyer für eine Podiumsdiskussion „Brauchen wir eine Linke Einheit?“ verteilt wurden, wo u.a. ein Aktivist der IL als Gegenposition zur MLPD antreten sollte, trat ein breites Grinsen auf die Gesichter von vielen Aktivisten. Man füllte die Rucksäcke mit genügend Hopfenwasser und ärgerte sich ein wenig das es kein Popcorn gab.
Die Erwartungen wurden auch keineswegs enttäuscht. Der Mensch der es mitorganisiert hatte von http://platypus1917.org/germany/ warf mit unnötig komplizierten Phrasen(ich weiß immer noch nicht was Orphag in dem Kontext heißen sollte) und Marx Zitaten um sich (Ich glaube kaum das Marx Ausspruch war: Proletarier aller Länder studiert Sprachwissenschaften! Aber egal.) machte sonst aber einen sehr guten Job. Doch schon in den ersten drei Sätzen des MLPD Sprechers explodierte der Saal vor Lachen. O-Ton: „Natürlich brauchen wir breite Bündnisse, also eine Einheit, wenn wir Antifaschistische Aufmärsche verhindern wollen“.
Die Aussagen von IL und ISL waren alle gehaltvoll und interessant auch wenn der Sprecher der ISL, Occupy und Blockupy anscheinend für das selbe hielt, was vom Sprecher der IL dann immer wieder (positiv) differenziert wurde.
Doch der Typ von der MLPD lieferte permanent großes Kino (wie auch seine eingeschworenen GenossInnen im Publikum). Ein weiterer Höhepunkt war, als er das lachende Publikum ein wenig anpöbelte sie sollen sich gefälligst mit dem „grünen Stalin“ beschäftigen bevor sie hier unqualifiziert quatschen würden (Zu seiner Verteidigung , es war eher erstaunlich das er den Spot die ganze Zeit so gelassen hinnahm, ich hätte nicht mit ihm tauschen wollen!)
Das Sahnehäubchen waren dann, die erst nach über einer Stunde reinplatzenden angeblichen „Berliner Antifas“. Es waren natürlich keine, sondern Wahnwichtel, die sich aufregten das sie nicht SOFORT dran kamen, um, als sie es dann waren, krudes Zeug von sich zu geben (die am Morgen genannten Truppenzahlen vor der Ukraine waren diesmal doppelt so hoch) und sie warfen allen Anwesenden vor, dass sie lieber was tun sollten (mit neurechten Spinnern auf die Straße gehen oder was?!) , anstatt nur zu reden, z.B. miteinander reden! (Muss man glaube ich nicht verstehen!)
Der YT-Kanal https://www.youtube.com/user/MrMarxismo/videos hat den Abend aufgezeichnet. Ich freue mich darauf es noch mal zu sehen. 1. wegen dem Spaßfaktor. 2. Weil der Rest der Diskussion eigentlich echt gut und sehr interessant war.
Nach dieser für uns sehr amüsanten Einlage ging es dann noch ins Klapperfeld (ein besetzter Knast) wo u.a. Tick Tick Boom auftreten sollten. Wir waren kurz im hoffnungslos überfüllten Konzertraum doch suchten uns dann lieber eins der gemütlichen Wohnzimmer in dem Gebäude um den Abend dort gemütlicher zu verbringen.
Am Sonntag sind wir dann zum Studierendenhaus weil es dort noch ein Abschlußplenum geben sollte doch nach zwei Kaffee war uns klar, dass wir kaum noch aufnahmefähig waren und so fuhren wir dann doch lieber wieder Richtung NRW.

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30.05-01.06.13 Blockupy 2013 + 08.06.13 Sündenblock-Demo Erlebnisberichte

Tag 1

Wir sind am Donnerstag den 30.05. um ca. 13:50uhr mit etwa 40 Aktivisten in einem Reisebus vom Düsseldorfer Hbf losgefahren, Richtung Frankfurt zu den Blockupy Aktionstagen.

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke, bekamen wir über Twitter die Meldung dass die 5 Reisebusse aus Berlin von der Zolipei aufgehalten wurden. Die Busse und alle Insassen sollten komplett durchsucht und die Personalien von allen festgestellt werden. Da sich 40 Refugees ohne Papiere in den Bussen befanden, wurde auf diese Forderung natürlich nicht eingegangen.

Grad als wir die Nachricht bekamen fuhren 20 Einsatzwagen aus NRW (die sich nachher, durch ihr äußerst brutales Vorgehen, noch einen zweifelhaften Ruf erarbeiteten) an uns vorbei, beachteten uns jedoch nicht sondern fuhren durch nach FFM.

Als wir dann am Reebstockgelände ankamen, bauten wir schnell unsere Zelte im NRW Barrio auf und die Deli`s trafen sich in Plenen um zu beratschlagen was man wegen den Berliner Bussen machen wollte. Zur Diskusion standen, die Besetzung des Ausläufers der Autobahn oder eine Solidemo in der Innenstadt.

Aufgrund des großen Risikos, dass bei der Besetzung aus versehen jemand verletzt werden könnte und der Nutzen für die Refugees dabei fraglich war, einigte man sich auf die Solidemo.

Man versammelte sich am Infozelt und fuhr gemeinsam mit der Tram kostenbefreit zum Hbf, wobei wir von ca. 20 Einsatzwagen begleitet wurden und von einer weiteren Hundertschaft erwartet wurden.

Es gab eine kurze Auftaktkundgebung, dann wollte man auf einer mit den Staatsschützern abgesprochenen Route durch die Innenstadt ziehen. Mehrmals wollten uns die Cops in völlig menschenleere Gebiete schicken, was am Anfang zweimal durch lauten bestimmten Protest verhindert wurde.

Es gab noch eine Zwischenkundgebung auf einem gut besuchten Platz, bei der sehr eindrückliche Erlebnisberichte aus anderen Ländern und persönliche Schicksale (z.B. ein in Deutschland aufgewachsener Grieche erzählte von seinem Onkel, der gestorben war, weil die Ärzte ihm, aus Kosten Gründen nicht sagen wollten das er Krebs hatte) vorgetragen wurden.

Dann bekamen wir von den Marsmännchen mitgeteilt das die Busse angeblich ohne weitere Maßnahmen zum Camp gelassen worden wären und wir deswegen das ganze ja jetzt langsam beendet werden könnte. Als wir die Angaben überprüften, stellte sich heraus dass sie so nicht ganz stimmten. Ein Bus in dem sich 15 der Refugees befanden, war zu ihrem Schutz nach Berlin zurück gefahren, danach waren die anderen Busse weiter gelassen worden. Daher skandierten wir ab diesem Zeitpunkt „Wir sind nicht alle, es fehlen 15 Refugees.“

Beim verlassen des Platzes wollten uns die Jungs in Grün  wieder sofort in Publikums freies Gebiet führen, was noch ein letztes mal verhindert wurde, kurze Zeit später waren wir dann jedoch völlig von Passanten befreit und wurden auf verlassenen Straßen zurück zum Hbf gelotst. Dort gab es noch eine Abschlusskundgebung und man fuhr gemeinsam zurück zum Camp.

Dort ließ man den Abend in geselligen Runden ausklingen und versuchte früh schlafen zu gehen (was natürlich kaum jemandem gelang), da man am nächsten Morgen schon um 4:30uhr aufstehen musste.

Tag 2

Nach, für die meisten von uns, nur 2-3 Stunden Schlaf, hieß es aufstehen, anziehen, schnell ein Brot reinschlingen, Müsliriegel einpacken und los zum Treffpunkt.

Geordnet und gut koordiniert ging es schnellen Schrittes Richtung Innenstadt um dort mit zwei anderen Fingern, die von anderen Startpunkten kamen, zusammen die EZB zu umzingeln und zu blockieren. Die ganze Aktion war natürlich nicht genehmigt und so wechselte man auf dem Weg dorthin immer wieder die Straßenseiten und bog in neue Routen ab sobald die Cops sich näherten. Ohne große Hindernisse kamen wir so bis zu einer Ecke kurz vor der EZB.

Dort erwartete uns eine Polizeikette, die sich auch sofort ihre Handschuhe und Helme anzogen um uns aufzuhalten. Wir beratschlagten unsere weitere Vorgehensweise und warteten auf noch ca. 100 nachkommende Aktivisten, als sich die Polizeikette plötzlich auflöste und wir nach einem kurzen Sprint (sicher ist sicher)direkt an den aufgestellten Hamburgergittern vor der EZB ankamen.

Obwohl die Demonstranten nicht mehr taten als friedlich an den Gittern zu rütteln und diese mit Schlössern zusammen zu schließen oder mit Transparenten zu schmücken, kam es immer wieder zu grundlosen, großflächigen Pfefferspray Einsätzen und gewaltsamen Übergriffen seitens der Polizei, die wild um sich schlagend in die bunt gemischten (Alter, Herkunft, Geschlecht) Demonstranten stürmten und so eine Überreaktion unsererseits provozieren wollten. Viele dieser Knüppeleinheiten konnten durch die bloße Menge der Demoteilnehmer wieder vertrieben werden.

Immer wieder wurde uns gedroht, dass der vor uns stehende WaWe 10.000 (Wasserwerfer) gleich eingesetzt würde, was aber zumindest an dem Abschnitt an dem wir standen, nicht wahr gemacht wurde.

Immer wieder kam es zu den von der Polizei heraufbeschworenen Gewalttaten seitens der Demonstranten in Form von Seifenblasen, Konfetti und Wasserbällen. Auf diese gemeingefährlichen Angriffe mit Massenvernichtungswaffen antworteten die Cops immer wieder gerne mit (laut Zolipei natürlich nicht vorhandenen) Quarzsandhandschuh-Schlägen und Peffereinsatz (mindest Abstand 5 m) aus 10 cm Entfernung.

Nach einiger Zeit konnte durch die Ablenkung der Clownsarmee ein Gitter geklaut werden. Die Lücke wurde natürlich von den Stormtroopern sofort wieder geschlossen.

Die immer wieder eintreffenden Mitarbeiter der EZB und den mit eingezäunten Fillialen wurden durch Menschenketten von ihrer Arbeit angehalten (Ein Banker ist so ausgerastet das er vor Wut Tränen in den Augen hatte).

Natürlich arbeiteten viele eh schon in so genanten „Warrooms“ irgendwo anders und leider gab es wohl beim Blockadering um die EZB ab und an ein paar Lücken so das wohl doch der ein oder andere durchkam aber ein Großteil konnte an diesem Tag zumindest kein weiteres Unheil anrichten. Es regnete den ganzen Morgen wie aus Eimern doch alle blieben standhaft.

Nach Absprache mit allen beteiligten Gruppen wurde die Blockade koordiniert um 10:30 beendet und man ging gemeinsam zum Paulsplatz um sich dort dank der organisierten Volxküche zu stärken. Anfangs wurden wir beim essen noch von einer Hundertschaft bewacht, doch nach einiger Zeit (wahrscheinlich weil sie auch Hunger hatten) ließen sie uns in Ruhe und zogen ab.

Gegen 12 uhr verließen wir alle den Platz um in vier getrennten Gruppen in verschiedenen Aktionsformen, unmenschliche Praktiken anzuklagen und Krisenprofiteure zu markieren.

Unsere Gruppe hatte sich für die Aktion „Recht auf Stadt“ entschieden. Es gab Stadtkarten die mit mehreren nummerierten X`en markiert waren. Zu welcher Zahl es gehen sollte, wurde erst im letzten Moment bekannt gegeben damit die Kapitalsschützer sich auf keinen Fall darauf vorbereiten konnten. Im Laufschritt ging es dann zur „neuen Mainzerstraße“ wo die Filiale eines großen Immobilien-Hai`s markiert werden sollte und auch wurde.

Als wir ankamen wurde erst per Megaphone erklärt warum grade dieses Ziel gewählt wurde und dann began man symbolisch, mit Pflastersteinen aus Pappmache, durch doppelseitiges Klebeband, die Glastüren und Scheiben zu verzieren und das Gebäude mit Aufklebern zu dekorieren.

Als auf einmal ein Zwanzig-Man-Trupp in die Kundgebung reinrockte, Schläge verteilte und sich einen Aktivisten brutalst packte und wegschleifte. Der physische Versuch dies zu verhindern scheiterte leider, da die Stormtrooper erneut in die Menge stürmten und man den Knüppeln nur noch mit Glück entkommen konnte. Auch die spaßig, friedvolle Truppe der Clownsarmee wurde brutal angegriffen, geschlagen und getreten.

Nachdem sich die Lage ein wenig beruhigt hatte, gab es noch eine inszenierte Rede eines angeblichen Mitarbeiters des Hauses, die so gut war, dass einige der Demoteilnehmer ihn lauthals beleidigten (sich im Nachhinein aber alle bei ihm entschuldigtem und ihm zu seiner Darstellung gratulierten). Währenddessen kreisten 5 Man Trupps mit Kameras um uns und zeigten immer wieder auf einzelne Teilnehmer, daher gingen wir nach der Rede, geschlossen und zügig zurück zum „Römer“ und hielten da ein „Deli-Plenum“ um die weiteren Schritte zu besprechen.

Aufgrund des unbegründet heftigen Eingriffs der Zolipei wollten die meissten erst mal wieder sicher ins Camp. Man einigte sich noch auf eine öffentliche Asamblea zum Thema „Recht auf Stadt“, die leider nicht die gewünschte Dynamik entwickelte, weswegen wir mit einer kleinen Gruppe zur „Zeil“ gingen um die Aktionen dort zu beobachten.

Dort hatten die gut bezahlten Hooligans des Staates „zur Sicherheit“ selbst einen Großteil der Geschäfte blockiert, so dass keiner rein oder raus kam, damit keine Gefahr durch die Sambatruppe und die um sie rum tanzenden Menschen entstehen konnte^^.(Gleichzeitig gab es noch zwei andere Aktionen u.a. eine am Flughafen mit den Refugees).

Als sich auch diese Aktion langsam auflöste, machten wir uns langsam auf den Weg zurück zum Camp. Dort angekommen ließen wir die Geschehnisse erst mal bei einem kühlen Bierchen sacken, bis uns am frühen Abend die Meldung erreichte, das es bei einer Demo in der Türkei 3 Tote und viele Verletzte gegeben hatte, daher wurde schnell beschlossen eine Solidemo zur Türkischen Botschaft zu machen.

Als wir vom Camp loszogen wurde es schon langsam dunkel, doch die Menge war laut und entschlossen. Der Spruch „Istanbul das war Mord, Widerstand an jedem Ort“ wurde sozusagen zum Motto der Aktion und immer wieder skandiert.

Schon auf dem Hinweg wurden Bengalos gezündet, was im Dunkeln natürlich sehr geil aussah und an diesem Abend die Jungs in ihren Rüstungen nicht mal dazu veranlasste irgendwas zu sagen (im Gegensatz zu den Geschehnissen am nächsten Tag) , weil sie es von anderen Gelegenheiten gewohnt sind und davon auch keinerlei Gefahr ausgeht außer man legt es wirklich darauf an (doch das hatte auch am nächsten Tag niemand). Vor der Botschaft gab es einige bewegende Reden von türkischen, kurdischen und syrischen Aktivisten.

Auf dem Rückweg wehrten wir uns mehrmals gegen die, uns von der Zolipei zugewiesene Route und nach einigen Verhandlungen und bestimmten Forderungen unsererseits, durften wir auch immer die Wege nehmen die wir wollten.

Ein Cop aus Bayern fragte den Hessischen Einsatzleiter ob er den nicht eingreifen solle, da einige Demonstranten ( es war inzwischen ca. 22 uhr) ja Bier trinken würden. Da lachte der Einsatzleiter und sagte „Ich weiß ja nicht wir ihr das bei euch macht aber wegen so was machen wir hier bestimmt keinen Aufriss…warum auch.“ So ein Verhalten hätte ich mir für den nächsten Tag auch gewünscht!!!

Tag 3

Mit ein klein wenig mehr Schlaf mehr als in der Nacht zuvor, machten wir uns um halb 11 auf den Weg zum Baselerplatz. Als wir dort ankamen, war er schon gut belebt. Wir lauschten ein wenig den Reden und vertrieben uns die nächsten zwei Stunden mit Diskussionen und Flyer verteilen.

Vor dem Beginn der Demo, sprachen wir uns in den vorderen beiden Blöcken noch mal ab. Die jeweiligen Aufgaben waren klar verteilt, vor dem ersten Lauti waren die Personen schon fest in ihren Reihen eingeteilt, hinter dem Lauti bildeten die unterschiedlichsten Bezugsgruppen vor Ort gemeinsame Ketten.

Auch wenn sehr viele dort schwarz gekleidet waren, gab es fast genau so viele Leute vorne im Antikapitalistischem Block die bunte Klamotten trugen und ihren stolz erhobenen Kopf ohne jegliches Accessoire geschmückt. Vor allem war ein größerer Teil zum ersten mal auf so einer großen und stark bewachten Demonstration. Wir sagten den Leuten noch mal explizit das es später im Verlauf der Demo an diesem Teil des Demozuges  aufgrund der aktionsfreudigen Kampfrobotter des Staates wahrscheinlich etwas ruppiger werden könnte und sie bestätigten das sie trotzdem bleiben würden, mit dem was dann folgen sollte, hatte aber in dieser Form so ernsthaft niemand gerechnet.

Schon ab dem Moment als sich der Demozug in Bewegung setzte, standen links und rechts von der Straße Hundertschaften und alle par Meter stand ein Cop mit laufender Kamera. Was man schon als unnötige Provokation werten könnte.

Deeskalativ ist so ein „gepose“ auf jeden Fall nicht, dass da jemand, um der Situation den Schrecken zu nehmen, zur Belustigung aller, einen Rauchkörper in ein Gebüsch wirft, das mindestens 1 Meter von jedem Fußsoldaten entfernt war, ist wohl kaum als aggressiver Akt oder gar Angriff auf die Kapitalsschützer deutbar. Auch wenn einer der Jungs in grün auf die sinnlose Idee kam seinen gesamten Feuerlöscher ohne Wirkung darauf zu entleeren, ging davon nie eine Brand- oder Verletzungsgefahr aus.

Auch wenn manche eben nicht gefilmt werden wollten und so möglichst wenig von ihrem Gesicht zeigten, kann mir keiner erzählen , dass ein vollgepanzerter und schwer bewaffneter Beamter sich da irgendwie gefährdet fühlen könnte wenn er in einem so großen Rudel antritt.

Nach noch nicht mal einem Kilometer ohne das es für irgendwen von uns erkennbar zu weiteren Vorfällen gekommen wäre (nichts, was nicht auch jedes Wochenende beim Fußball geduldet wird), standen auf einmal mehrere Polizeiketten auf der Kreuzung hinter dem Schauspielhaus und versperrten den Weg.

Wir rechneten jetzt zwar damit, dass die Zolipei nun irgendwelche Forderungen stellen würde über die wir dann kurz verhandeln würden und dann wie geplant weiterziehen, als plötzlich mehrere Hundertschaften in die Demo reinrockten.Als die ersten völlig verwunderten Aktivisten sich empören wollten, regnete es auch schon Pfeffer und Faustschläge.

In den Seitenstraßen standen massenhaft Nachschub-Hundertschaften und mehrere Wasserwerfer, die nur schwer auf einen erst kurz vorher angeblich gegebenen Befehl so zahlreich dort hin positioniert werden können. Auch dass es dort keinerlei bewohnte Gebäude oder Geschäfte gab, passte so unglaublich gut, um möglichst wenig Zeugen zu haben, dass es einem äußerst schwer fällt zu glauben, dass das nicht von langer Hand geplant war.

Da das Aufgebot der Strormtrooper so groß und der Kessel so dick war das ein Ausbruchsversuch nur in einem Blutbad für unsere Leute geendet wäre, kam die Durchsage vom Lauti, dass man natürlich niemandem etwas vorschreiben wolle und jeder für sich selbst entscheiden könne aber es wäre wahrscheinlich in dieser Situation produktiver die Vermummung soweit überhaupt vorhanden abzulegen. Wozu Sonnenbrillen und andere Alltagsgegenstände aber nicht zu zählen sind. Das man im Antikap-Block aus rationalen Gründen diesem Vorschlag folge leistete interessierte die gut bezahlten Hooligans kein Stück.

So schnell wie an diesem Ort sind Dixies wahrscheinlich noch nie ausgeliefert worden. Als diese so plötzlich auftauchten, war den meissten von uns schon klar, dieser Kessel soll in den nächsten paar Stunden nicht aufgelöst werden.

Immer wieder kam es aus, für die Leute im Kessel, absolut unersichtlichen Gründen zu kurzen, harten Angriffen seitens der Robocops mit Schlagstock, Quartzsandhandschuh und Pfefferspray (der Mindestabstand von 5 Metern wurde dabei sogut wie nie eingehalten obwohl es ohne Probleme möglich war).

Für sehr viel Spaß auf unserer Seite sorgte, dass einer von den filmenden Terminatoren irgendwann rückwärtz von dem Aussichtspunkt auf den er geklettert war runter fiel. Was natürlich mit lautem Lachem und viel Applaus kommentiert wurde.

Man bot an auch alle Regenschirme, Transparente etc. abzulegen um weiter demonstrierena zu dürfen, doch auch das interessierte die Kampfdrohnen nicht. Die einzigen Optionen die man uns anbot waren, dass der nicht gekesselte Teil auf einer anderen Route weiter gehen dürfte und jeder aus dem Kessel sich einer Erkennungsdienstlichen Behandlung zu unterziehen hatte. Was natürlich beides absolut inakzeptabel war.

Obwohl es den Tatbestand der Nötigung bestimmt erfüllt, wollte uns die Zolipei kein Wasser zukommen lassen und hinderte auch die anderen Demonstranten daran eben dieses zu tun. Doch da hatten sie nicht mit der Solidarität von den Leuten aus dem Schauspielhaus gerechnet. Denn die ließen an langen Seilen befestigte Eimer zu uns herunter in denen sich mit Wasser gefüllte Plastikflaschen befanden und sobald diese leer waren zogen sie sie wieder hoch und füllten sie wieder auf, den kompletten Tag lang. Danke durch euch haben wir solange durchhalten und immer wieder gute Laune verbreiten können. Als als dank dazu das Lied „!We are your Friends“ lief , explodierte die angespannte Menge vor Freude und tanzte trotz der bedrohlichen Situation freudig und ausgelassen.

Erst nachdem die Demo eh beendet gewesen wäre begannen die BFE`s damit die Leute einzeln aus ihren Ketten zu reissen und wegzuschaffen. An Tritten, Stock und Faust Schlägen wurde dabei nicht gespart. Egal ob alt oder Jung, erst schlagen, dann tragen. Stundenlang wurde so vorgegangen und es gab immer mehr Verletzte.

Als die Gangster in Uniform sich zum Lauti vorgeprügelt hatten, drehten sich komplett durch! Drei von ihnen stürmten den Wagen und schlugen alles kurz und klein, der Rest presste die neben dem Wagen in engen Reihen stehenden Demonstranten von einer Flache von ca. 50 Quadratmetern auf eine gefühlte Fläche von 10 Quadratmetern. In unseren Reihen befanden sich auch Alte und Kinder. Es dauerte 5 Minuten verzweifelter Rufe aller dort zu Presswurst gedrückten Aktivisten bis zumindest ein kleines ca. 10 Jähriges Mädchen aus dem extrem Kessel gelassen wurde.

Mit breitem grinsen stand ein „…..“ auf dem zerstörten Lautiwagen und filmte die, in dem Moment nur noch verzweifelten menschlichen Sardinen. An diesem Zustand änderte sich nichts mehr bis zum gewaltsamen einzelnen Abtransport. Ein geschickt die Wahrheit verdrehender „good Cop“ versuchte die ganze Zeit die Leute noch untereinander zu spalten was ihm aber durch beherztes richtig stellen unsererseits nicht gelang. Sprüche wie „Ihr seit in der falschen Zeit geboren, ihr wolltet doch 33-45 Dienst schieben“, kann man wirklich keinem verdenken der da war.

Anstatt die Leute einfach mit bloßer Muskelkraft aus der Kette zu ziehen (was kein Problem gewesen wäre), tratt oder schlug man lieber einmal feste zu und zog dann. Es war eine sehr erschreckende (weil auch junge Mädchen und ältere Herren von der Behandlung nicht ausgenommen wurden) gesamtsituation. Danach wurde jeder wie ein Schwerverbrecher geflilzt, überprüft, von vorne und hinten abgefilmt und an 6 Schäferhunden vorbei geführt, bevor man entweder gehen gelassen oder in die GeSa gebracht wurde.

Da der Bus nicht länger warten konnte als bis 22:30 (19:30 war eigentlich Abfahrt) musste 7 Leute unfreiwillig länger bleiben. Inzwischen sind aber alle wieder heil zu hause.

Das Lied des Tages (zusammen mit „We are your Friends“) :

let’s get masked under my…

http://vimeo.com/67749586

Sündenblock Demo

Wir sind am Samstag den 08.06.13 mit 10 Aktivisten um 7 uhr 40 vom Düsseldorfer Hbf nach Frankfurt gefahren (andere waren  schon mit dem Auto vor gefahren) um an der Demo gegen die Polizeigewallt (die wir am eigenen Leib erfahren haben) bei der Blockupy Abschluß-Demo und in der Türkei zu demonstrieren.

Als wir (nach stundenlanger Reise mit viel zu vielen Rentnerwandergruppen die die Züge fluteten) am Baselerplatz ankamen, sahen wir sofort, das aus den in der Anmeldung angekündigten 300 (^^ Spartiaten was ist euer Handwerk Auu Auu Auu, wurde der Demo Dauerrenner) direkt mal mindestens 3000 geworden waren (später zwischen 7-10.000).

Jeder der da war hatte sich auf kreative weise eine angebliche Vermummung zugelegt. Viele waren schwerbewaffnet mit Sonnenschirm und Sonnenbrille. Wir hatten Umzugskartons schwarz angemalt, kleine Sichtschlitze rein geschnitten und sie uns über den Oberkörper gezogen. Der Black Block aus NRW^^!! Bewaffnet waren wir zusätzlich mit Luftschlagenspray auf dem groß geschrieben stand „Scharfes Chillipfefferspray“.

An dem Ort hinter dem Schauspielhaus wo die Polizei uns auf brutalste Weise angegriffen hatte, gab es die erste Kundgebung. Von da an marschierte unser schwarzer Block hinter dem Sündenblock, ein mindestens 4 mal 4 bis 6 mal 6 Meter großes Holzgestell auf Rädern an dessen Aussenseiten die Bilder der Schande in Großformat angebracht waren (Bilder  von der Polizeigewalt in FFM und in der Türkei). In ihm liefen ca 15 schwarz angemalte Demonstranten mit Sonnenbrillen und Regenschirmen um es zu Schieben.

Man hat sehr schön an diesem Tag gesehen von wem die Gewalt letztes mal ausging. Letztesmal waren unmengen an gewaltbereiten schwer bewaffneten und vermummten Prügelknaben in Rüstungen anwesend und hat randaliert und Menschen schwer verletzt, diesmal war so gut wie gar keine Polizei anwesend und es war eine der friedlichsten, schönsten und lustigsten Demonstrationen die man sich vorstellen kann.

Die Demonstranten stürmten teilweise auf Baustellen los und zerrten sie auf eine Seite der Straße aber nicht um Barrikaden zu errichten sondern nur um dem Sündenblock den Weg frei zu machen. Nichts wurde zerstört obwohl sich sehr viele aus dem Kessel (wie auch wir) unter ihnen befanden, die allen Grund hatten um stinkwütend zu sein!!!

Das die paar verschämt dastehende Cops einen lauten Chor von ca. 8.000 Stimmen zu hören bekamen „Haut ab haut ab“ schienen diese reuhmütig zu verstehen. Sie hüteten sich auch davor irgendwem von uns blöd zu kommen. Die wussten genau wer an der Eskalation das Wochenende davor Schuld war!!!

Am Opernplatz gab es eine weitere Kundgebung während der viele den dort stehenden Brunnen nutzten um ausgelassen darin herum zu plantschen und sich ein wenig abzukühlen.

Wir verabschiedeten uns von unseren schwarzen (Sauna) Blöcken und errichteten mit ihnen eine Klagemauer vor der alten Oper. Dann ging es weiter bis auf die Wiese vor der EZB (wo das Occupy Camp gewesen war) zur Abschlusskundgebung. Diesmal gab es keinen Natodraht, keine Betonbarrikaden, keine Hamburgergitter, keine Wasserwerfer, keine Storm Trooper, keine Schäferhunde und deswegen keinerlei Zerstörung oder Gewalt!!!!!!! Nur das Eurozeichen wurde mit allem möglichen markiert.

Blockupy #Dance #Talk #Act Veranstaltungen 2014 in FFM:

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