Cops

20.04.15 DüGiDa feiert an Hitlers Geburtstag

Das absurde Schauspiel ging gestern in die nächste Runde. Grillen und feiern wollten sie gestern, die Faschos von DüGiDa. Am Geburtstag von Hitler und nicht mal das war ein Grund für Polizei und Verwaltungsgericht, diese pure Provokation an diesem Montag zu verbieten. Das Grillen ja, das hat man nicht haben wollen aber an Hitlers Geburtstag mit Fremden- und Linken-feindlichen Parolen durchs, wiedermal extra dafür weiträumig abgesperrte Bahnhofsviertel zu ziehen und die Leute beleidigen und angreifen, das ist kein Problem. Erst sah es lange so aus als würden sich wenigstens nicht mehr als 20 ewig Gestrige zur Party trauen. Dann wurden es aber doch noch knapp über 40. Ihnen gegenüber standen ca. 500 wütende AntifaschistInnen, die trotz des ekelhaften Anlasses gemeinsam dafür sorgten das zumindest außerhalb der Gitter, Menschlichkeit und Nächstenliebe, das Rest Stadtbild prägten. Am Hbf wurde lautstark über die Hassreden hinweg skandiert und die Menschen vom CSD und dem Türkei Zentrum sorgten am Stresemanplatz wie immer für sehr gute Stimmung. Auf der Route der Nasen war an diesem Tag an einigen Bürofassaden eine deutliche Botschaft für die Faschos angebracht worden:

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Für viel Gelächter sorgten hingegen die von den Faschos getragenen Transparente gegen Linksfaschisten und gegen Chaoten. Wäre das ganze in Wahrheit nicht so ernst und die aggressiven Übergriffe der Faschos die immer mehr zunehmen nicht so brutal, Mensch hätte ihnen glatt einen Funken Humor unterstellen können. Doch leider ist das ganze ja eben doch gewalttätige Realität. Das bedauerlichste an diesem Tag war eindeutig das viele Zolipisten nicht mal wussten an was für einem Datum sie da die Nazis hofierten. Als man sie darüber aufklärte, klappten einige uniformierte Münder auf und man sah das sie sich spätestens ab dem Zeitpunkt nicht mehr wirklich wohl fühlten dort wo und wofür sie standen. Kurz nach 21uhr war das perverse Stelldichein dann endlich vorbei und die Nasen wurden durch den hermetisch abgeriegelten Hbf nach Hause geschickt. Mensch sieht sich dann wohl spätestens nächsten Montag wieder auf der Straße.

Fotos: https://www.flickr.com/photos/99145900@N05/sets/72157652099406995/

26.03.15 Protestaktion vor dem Polizeipräsidium Düsseldorf #DSSQ

Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ hatte zur Protestkundgebung um 13uhr vor dem Polizeipräsidium aufgerufen und ca. 60 Menschen (viele mit Transparenten oder selbst gemalten Schildern) waren gekommen um ihren Unmut gegenüber dem Verhalten der Polizei zum Ausdruck zu bringen, die seit Monaten, Montag für Montag, AntifaschistInnen kriminalisiert und äußerst hart gegen Sie vorgeht, mit Schlagstock und Pfeffer. Wohingegen die Faschos von DüGiDa, trotz mehrfacher schwerer Straftaten, freundlichst durch die Stadt hofiert werden. Gleich zu Anfang stellte Oliver Ongaro klar, hätte es nicht das übergroße Polizeiaufgebot gegeben hätte es auch kein DüGiDa gegeben!

Danach wurde eine (unvollständige, vorläufige) Aufzählung der Gewalttaten und Volksverhetzenden Aussagen der DüGiDasten verlesen (Die Liste war lang und dauerte knapp 5min.). Es sprachen insgesamt 7 RednerInnen. Oliver Ongaro für DSSQ, Thorsten Nagel von den Falken, Christian Jäger für die Linke, Kemal Kiran für`s Türkei Zentrum Düsseldorf, Denni Kröger Junge Grüne,  eine Sprecherin der Kitty Hooligans und Jürgen Schuh des VVN BdA. Es waren energische und kraftvolle Reden voll berechtigter Wut doch auch angereichert mit Kampfgeist. Egal wie lange der Spuk noch geht der Zusammenschluss der einzelnen Menschen und verschiedenen Gruppen wird dadurch nur von Woche zu Woche größer.

Fun-Fakt : Am Rande der Kundgebung wurde mit Kreide auf den Boden gemalt und der Rücktritt von Polizeichef Wesseler gefordert, dies veranlasste die Polizei später zweimal bei den Anmeldern anzurufen und das sofortige entfernen zu fordern. Was der Regen inzwischen sicherlich übernommen hat. https://www.facebook.com/duesseldorfstelltsichquer/photos/a.1530054737246462.1073741828.1529481577303778/1560796000839002/?type=1&theater

Die Auflistung der Vorwürfe gegen DüGiDa ist hier zum Download bereit gestellt: http://www.anti-kapitalismus.org/sites/default/files/downloads/unvollstaendige_auflistung_rechter_straftaten_rings_um_die_duegida-aufmaersche_0.pdf

Fotos: https://www.flickr.com/photos/99145900@N05/sets/72157651570455151/

Videos:

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=Ur1KeuWWRok (Auftaktrede + Auflistung der Straftaten Ongaro,Nagel)

Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=AQOpoZ1FWrY&feature=youtu.be (Weitere Straftaten und Rede Jäger)

Teil 3: http://youtu.be/FYWe_92WYFQ  ( Kemal Kiran )

Teil 4  http://youtu.be/hWdpSbaePSs ( junge Grüne

Teil 5 http://youtu.be/FhDbrUdOsjs ( Kitty Hooligans )

Teil 6 http://youtu.be/H70PB0bc7uM (VVN-BdA )

Aktion für den nächsten Montag: Ostern Nazifrei dank Osterei: https://www.facebook.com/events/366976996830478/

18.03.15 Blockupy Frankfurt. #18M Erlebnisbericht „Gelber Finger“

Wir sind am Dienstag den 17. nach Frankfurt gefahren und ohne Probleme angekommen auch wenn an verdammt vielen Stellen auf der Autobahn Polizeikarren in Warteposition standen und viele Hundertschaften das selbe Ziel hatten wie wir. Als wir an unserer Unterkunft ankamen (weit ab von der Innenstadt) bog nach kurzer Zeit ein Wasserwerfer genau in die Straße ein und wir dachten schon wir bekämen privat Betreuung doch wie sich heraus stellte hatte dieser sich nur völlig verfahren.

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Am Abend gab es noch ein letztes Plenum vor dem Aktionstag im DGB-Haus was so gut besucht war das der Raum aus allen Nähten platzte.

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Der DGB hatte die Räumlichkeiten gerne zur Verfügung gestellt aber aufgrund der Deutschen Bürokratie war es für ihn nicht machbar das man die Stühle im Voraus entfernt oder auch nur zur Seite stellt. Die Aktivisten schoben sie nachdem sie dies erfuhren einfach selbständig so weit nach vorne das noch mal doppelt so viele in den Raum reinkonnten, es mussten jedoch trotzdem sehr viele auf dem Balkon und in der Vorhalle bleiben. Nach einer kurzen aufzählung der ganzen Länder aus denen Aktivisten anwesend waren, wurde die erklärung der Pariser Commune verlesen und dann wurde auf die Planung und Erwartungen des nächsten Tages eingegangen. Derweil ließen es sich die Cops nicht nehmen permanent mit Wagenkolonen und Blaulicht das Gebäude zu umkreisen und die Zufahrtsstraße dorthin auf der vom Main abgewanten seite zu sperren. Wir mussten das Plenum leider recht früh wieder verlassen um zu unserer Unterkunft zu kommen, doch dort trafen wir auf Schwedische AktivistInnen, mit denen wir noch ein paar nette Gespräche führten.
Am nächsten morgen fuhren wir gemeinsam mit den schwedischen Comrades los, doch dann trennten sich unsere Wege, da wir zum gelben NRW-Finger wollten um zu den Gruppen zu stoßen mit denen wir uns auf diesen Tag vorbereitet hatten.Unser Ziel war die Brücke die von der anderen Mainseite zur Tiefgarage der EZB führt. Kurz bevor wir diese Erreichten hörten wir es schon mehrmals laut Knallen und dicke Rauchschwaden aus richtung Stadtmitte aufsteigen. Die Szenerie mit der Skyline von FFM , den Zwillingstürmen und den dicken Rauchwolken erinnerte einige von uns stark an die Nachrichtenbilder vom 11. September. Kurz vor der Brücke trafen wir auf ein paar schon anwesende Aktivisten aus NRW und warteten mit ihnen gemeinsam auf die eintreffenden Busse aus NRW, weil wir bis dahin Zahlenmäßig keine Chance hatten gegen das immense Aufgebot an Zolipei in Kampfmontur. Mehrere Wasserwerfer, ca. 50 Wannen, Hamburgergitter mit Natodraht umwickelt und hunderte Robocops erwarteten uns wovon einige sofort ihre Gasgranatwerfer auf uns richteten.

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Leider konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht verhindern das noch ein paar Arbeiter u./o. Gäste durchkamen. Als dann die Leute aus den NRW-Bussen eintrafen wurden die Cops hektisch und fingen sofort an grundlos zu pfeffern und mit ihren Tonfas um sich zu prügeln. Doch der Durchbruch bis direkt an die Kreutzung gelang, so das ab diesem Zeitpunkt die Zufahrtsmöglichkeit zur EZB vollkommen blockiert war. Hubschrauber und Überwachungsflugzeuge kreisten über unseren Köpfen und die Clown sorgten mit Seifenblasen und sehr viel Spaß dafür das die Cops sie hassten ;).

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Als dann zwei gelbe Rauchkörper für die Stimmung gezündet wurden gab es eine Durchsage der Cops das wir den Rauch nicht einatmen sollen der wäre gesundheitsschädlich und man würde sich ja nur sorgen um uns machen, was nur zu verärgertem Gelächter führte da man uns ja kurz zuvor ohne zu zögern großflächig mit Pfefferspray eingedeckt hatte.

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Die erhoffte Verstärkung aus Frankreich viel leider kleiner aus als erhofft aber trotzdem gelang es die Blockade bis zum Zeitpunkt der Auflösung aller Blockadepunkte zu halten. Man zog sich geordnet zurück und wollte über die nächste Brücke um in die Innenstadt zu gelangen auf dem Weg dahin ging man an der auf der anderen Mainseite gelegenen EZB vorbei wo grade Dragi per Heli eintraf und man schrie seine Wut über den Fluß zu der Handvoll „Ehrengäste“ hinüber.

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Als man dann die Brücke betrat stürmten die Riotcops los und es kam zum Clash ohne Rücksicht und mit aller Gewalt hämmerten die Schlagstöcke auf die Demonstranten ein und Literweise Pfeffer ergoss sich über sie . Man musste dabei um die völlig erstaunten Autofahrer herumfließen was es zusätzlich erschwerte eine Druckvolle Spitze durch die Bullenkette zu treiben, trotzdem gelang es sich bis zur Mitte der Brücke vor zu kämpfen.Doch dann waren so viele Aktivisten kurzzeitig ausgeschaltet und mussten erst mal mit Kochsalzlösung behandelt werden das man den Vormarsch abbrach.

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Das Ende der Brücke war eh durch mehrere Hundertschaften, einen Räumpanzer und zwei Wasserwerfer gesichert gewesen so das ein Durchkommen praktisch nicht möglich gewesen wäre. Wie wir später erfuhren befand sich dahinter eines der brennenden Zolipeiautos weswegen man dort so brutal dafür sorgte das wir dort nicht hinkommen und uns im besten fall auch noch mit dem grünen und blauen Finger vereint hätten. Die Zolipei machte durchsagen das sich in unseren Reihen „Gewalttäter“ befänden , was ihre nächsten Schritte diesie anwenden würden erahnen ließ und so löste man den Finger lieber auf und machte sich in 20ger Gruppen auf Umwegen auf den Weg in die Innenstadt. Dort schlossen sich die Kleingruppen mit anderen Kleingruppen zusammen und taten das was sie als das in dem Moment für sinnvoll erachteten. Immer wieder klirte und knallte es und überall stieg Rauch auf. Abschlepptransporter zogen demolierte Polizeiwannen durch die Stadt und Anzugträger schauten jeder Gruppe von Menschen die alternativer aussahen besorgt hinterher.

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Vielerorts sah man die Überreste von brennenden Barrikaden. So ziemlich jede Bank hatte kaputte Scheiben und war schön bunt. Haltestellen mit sexistischer Werbung waren mehr oder weniger vollständig aktiv entfernt worden.

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Als wir versuchten auf die Zeil zu kommen wurde diese grade von den Turtles vollständig abgeriegelt.Nach einiger Zeit ging man zum Römer wo es eine Kundgebung mit ca. 10.000 Menschen gab auf der u.a. ein Sprecher von Syriza , ein Sprecher von Podemos und Naomi Klein mit fundierter Kritik und anheizenden Reden für Stimmung sorgten.

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Da der Tag schon recht lang ging und die Nacht für alle sehr kurz gewesen war, versuchte man dann etwas zu entspannen und Kraft zu tanken bis es um 17uhr losging mit der großen Abschlußdemo. Man hatte sich von den bunten Farben des morgens verabschiedet und die meißten trugen lieber „das kleine Schwarze“ was dem gesamten Demozug auch ein kraftvolleres Aussehen gab. Man lief geordnet und in Ketten los und die Menge wuchs auf weit über 20.000 Menschen an.

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Trotz permanenter Provokation durch die Cops blieb die Menge besonnen. Auch wenn viele teile der Demo im Spalier begleitet wurden und an jeder Kreutzung Wasserwerfer standen, kam es hier zu keinen größeren Auseinandersetzungen. Als man den Endkundgebungspunkt erreichte entfachte sich mitten auf dem Platz ein Feuer in dem manch ein Rucksack verschwand, dessen Inhalt für ein Farbenfrohes und lautes Spektakel sorgte.

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Die Cops rückten irgendwann mit 10ner Trupps in die Menge, doch auch hierbei ließen die Demonstranten es zu keiner Eskalation kommen. Als die Kundgebung sich dem Ende näherte zogen wir noch mal durch die Stadt um uns das veränderte Stadtbild anzusehen und trafen auf viele nette Frankfurter die sich entweder selbst am Tag beteiligt hatten oder zumindest gut fanden was am Tage alles gemacht worden war. Danke an den Eintracht Fan der uns trotz gesperrter U-Bahnen zum Bahnhof begleitete und uns erklärte wie wir zu unserer Unterkunft gelangen konnten. Dort angekommen ließen wir mit den ebenfalls grade eintreffenden Schweden und Spaniern den Tag ausklingen und tauschten unsere Erlebnisse aus. We see us on the Barricades!

Hier weiter Fotos: https://www.flickr.com/photos/99145900@N05/sets/72157651045315780/

Weitere Bilder von einem unserer Comrads der in der und um die rote Zone herum fotografiert hat: https://www.facebook.com/ramteid.lemeir/media_set?set=a.1601106026768474.1073741879.100006072762843&type=1&pnref=story

Video:  https://www.youtube.com/watch?v=ZIh3P-M6XDI

19.01.15 DüGiDa Gegenprotest „Düsseldorf stellt sich quer“

Am Montag war es mal wieder soweit und für ca. 80 Hirn und Haar befreite wurde Düsseldorf wieder verkehrstechnisch halb lahm gelegt. Wie auch letzte Woche gelang es spielend die Kreuzung vor dem Hbf zu blockieren und auch an der Karlstraße hätte ein Durchbruch plus Blockade beinahe funktioniert. Zwei AktivistInnen gelang es auf die DüGiDa Demo zu kommen und Sie wurden laut „Siamo tutti Anitifascisti“ rufend wieder aus ihr rausgezogen. Auf der Strecke wurden mehrere Restaurants von Hundertschaften bewacht weil dort AktivistInnen vermutet wurden. Das Gehege für Melanie Dittmer und ihre braunen Freunde reichte bis zum Mc Doof an der Kreuzung Graf-Adolf-Straße Ecke Oststraße und wurde umringt von über Zweitausend AntifaschistInnen. Mehrmals kam es zu Pfeffer und Schlagstockeinsätzen, doch das Hauptziel der Cops schien es zu sein Leute rauszuziehen die letzte Woche im Hbf waren, da es ja Anzeigen gegen die Polizei wegen unverhältnismäßger Brutalität gegeben hatte und da wollte man sich wohl mit Gegenanzeigen rächen. Beim Abtransport der braunen Horde hielt sich die Polizei im Hbf diesmal zurück, sperrte diesen nur wieder über eine halbe Stunde komplett. Im Bahnhof und an den Gleisen wurde das ganze wohl mit lautstarkem und witzigem Protest begleitet.

Video https://www.youtube.com/watch?v=ShKjJQmD9bE&feature=youtu.be

Ein weiteres Video: https://www.youtube.com/watch?v=nwwOO8ZSn4k

Am Sonntag gibt es ein Blockadetraining im Falkenheim Tannenhof  https://www.facebook.com/events/1548548442098459/ und am Am Montag 26.01.15 geht das Spiel in die nächste Runde. Also alle wieder spätestens um 17 uhr vor Ort sein und wenn es möglich ist die Route zu einem Standplatz verkürzen!

Pressemitteilung des Bündnisses „Düsseldorf stellt sich quer!“

Düsseldorf, den 20.1.2015

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=629767817153010&id=601098770019915&pnref=story

Bild 1 die Schildbürger von der Zolipei

Bild 2 zwei Omas die im Schilde führten auf die DüGiDa Demo zu gehen doch in der falschen Demo landeten und alle als „dreckige linke Zecken“ beschimpften

und

3. Bild ein gutes Schild 😉

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20.-23.11.14 Blockupy Frankfurt #dance #talk #act Erlebnisbericht

Wir sind am Donnerstag Abend „voll bepackt mit tollen Sachen…“ nach Frankfurt gefahren.
Da sich an diesem Tag alles länger hingezogen hatte als gehofft, verzichteten wir auf das Begrüßungsprogramm und blieben in der uns großzügigerweise zur Verfügung gestellten Unterkunft.
Freitag
Als wir am nächsten Morgen am Studierenden Haus ankamen, kippten wir schnell ein paar Kaffee und gingen zu den ersten Workshops u.a. „Neu siegen lernen“ wo es darum ging wie man die Proteste der letzten Zeit geschichtlich werten könnte , die Enttäuschung über die Syriza Partei in Griechenland (über SPD und die Linke sowieso) und ob man Hoffnung in die Podemos Partei in Spanien setzen soll. Ein Fazit war, das wichtigste ist der Kampf auf den Straßen um dadurch Druck auf Parteien etc. auszuüben.
Andere hatten in der Zwischenzeit schon begonnen noch mehr Umzugskartons zu preparieren. Nachdem sich alle dank der VoKü gestärkt hatten, ging es weiter im Programm.
Im Hof fand ein Blockadetraining statt wo z.B. Sitzblockaden, Bullenketten durchfließen, aus Kesseln ausbrechen und erleichtertes übersteigen von Hamburger Gittern geübt wurde, da das Ziel der Demo am Samstag die Eingangstür der EZB sein sollte. Das Training war keineswegs nur für „Anfänger“ interessant und hat sehr viel Spaß gemacht (Grüße an die Bezugsgruppe Bazinga ).
Im direkten Anschluß, doch einiger Entfernung gab es dann ein großes gemeinsames Plenum mit ca. 300 Teilnehmern. Es nahmen u.a. Aktivisten aus Italien, Schweden, Belgien, Spanien, Dänen, Griechenland und Zypern teil. Auf dem Plenum wurde auch eine aktuelle Aussage der Polizei rezitiert, die ungefähr lautete das sie damit rechne das die Demonstranten versuchen würden ans EZB Gebäude zu kommen, Klamotten über den Stacheldraht des Zauns legen und (O-Ton) „mit Farbe gefüllte Frauenhandtaschen Richtung Gebäude werfen würden“ was für sie soweit ok wäre und zu kreativem Protest zählen würde (Die Aussagen klangen dann Samstag nach der Aktion leider wieder mal anders).
Was für weitere Belustigung unter allen Aktivisten sorgte war ein Fragebogen der rumgereicht wurde, auf dem Fragen standen wie, aus welcher Organisation bist du? Gehörst du zum Ko-Kreis? Wie willst du deine Ziele erreichen etc. Eigentlich fehlten nur die Felder, Name, Adresse und welche Straftaten würdest/hast du schon begangen? Ich will der Person die die Dinger erstellt hat keine böse Intentionen unterstellen aber das Ding war ein total Fail. Das sarkastische Ausfüllen mit Forderungen wie „Ein humaner Polizeistaat“ etc. haben wir uns dann doch noch grade verkneifen können.
Es gab wohl an dem Tag auch noch zwei Stadtrundgänge bei denen es eine Straßenblockade mit Kartons gab und ein Anwerbezentrum der Buindeswehr soll in einer feministischen Aktion mit Wolle umwickelt worden sein so das keiner rein und raus kam.
Nachdem wir noch etwas gegessen hatten (bester Bauernsalat seit langem) beschlossen wir in unser Quartier zu fahren um am nächsten Tag so fitt wie möglich zu sein, allerdings wurde die Nacht dann doch noch etwas länger und „gesellig“.
Samstag
Einige von uns nahmen morgens noch an AG`s und Plenas teil, der größere Teil fuhr etwas später direkt zum Startpunkt der Demo um dort weitere Vorbereitungen für später zu treffen.
Nach einiger Zeit gesellte sich ein äußerst seltsames Pärchen zu uns das sich als „Berliner Antifa“ (weiter unten kommt mehr dazu) vorstellte. Beim Anblick der beiden erforderte es schon etwas Mühe über diese Aussage nicht sofort lauthals zu lachen (Der Typ begann auch ungefragt uns von 40.000 Soldaten vor der Ukraine etc zu erzählen), doch man will ja nicht unhöflich sein und so verlagerten wir nur unseren Standort ein wenig.
Als die Demo losging waren schon ca. 2000 Leute vor Ort deren Anzahl während der Route noch auf bis zu 3000 anstieg. Es war schon ein lustiges Bild das die Demo mit ihren Unmengen an Umzugskartons abgab. Hier und da wurden auf der Strecke Parolen mit Kreidespray hinterlassen.
Als man mit der Demo an der EZB ankam ging alles recht schnell, Kartons wurden zu Treppen und Zäune zu offenen Toren. Hunderte Aktive strömten über und durch die Barrikaden und hinterließen die Blockupy Farben auf der Fassade der EZB. Eigentlich hatten noch weit mehr Leute Lust sich das Gebäude aus der Nähe anzusehen, wurden aber mit Schlägen, Tritten , Pfefferspray und Tonfa-hieben von den Cops daran gehindert. Ohne das es auf dem Gelände zu einer Eskalation irgendeiner Art kam verließen die Aktivisten gemeinsam, selbstständig und freiwillig das Gelände wieder. Dann war die Aktion auch schon beendet und man ging in großen Gruppen zum Studierenden Haus um sich da bei sehr leckerer Vokü zu stärken und den Erfolg zu feiern.
Als dann Flyer für eine Podiumsdiskussion „Brauchen wir eine Linke Einheit?“ verteilt wurden, wo u.a. ein Aktivist der IL als Gegenposition zur MLPD antreten sollte, trat ein breites Grinsen auf die Gesichter von vielen Aktivisten. Man füllte die Rucksäcke mit genügend Hopfenwasser und ärgerte sich ein wenig das es kein Popcorn gab.
Die Erwartungen wurden auch keineswegs enttäuscht. Der Mensch der es mitorganisiert hatte von http://platypus1917.org/germany/ warf mit unnötig komplizierten Phrasen(ich weiß immer noch nicht was Orphag in dem Kontext heißen sollte) und Marx Zitaten um sich (Ich glaube kaum das Marx Ausspruch war: Proletarier aller Länder studiert Sprachwissenschaften! Aber egal.) machte sonst aber einen sehr guten Job. Doch schon in den ersten drei Sätzen des MLPD Sprechers explodierte der Saal vor Lachen. O-Ton: „Natürlich brauchen wir breite Bündnisse, also eine Einheit, wenn wir Antifaschistische Aufmärsche verhindern wollen“.
Die Aussagen von IL und ISL waren alle gehaltvoll und interessant auch wenn der Sprecher der ISL, Occupy und Blockupy anscheinend für das selbe hielt, was vom Sprecher der IL dann immer wieder (positiv) differenziert wurde.
Doch der Typ von der MLPD lieferte permanent großes Kino (wie auch seine eingeschworenen GenossInnen im Publikum). Ein weiterer Höhepunkt war, als er das lachende Publikum ein wenig anpöbelte sie sollen sich gefälligst mit dem „grünen Stalin“ beschäftigen bevor sie hier unqualifiziert quatschen würden (Zu seiner Verteidigung , es war eher erstaunlich das er den Spot die ganze Zeit so gelassen hinnahm, ich hätte nicht mit ihm tauschen wollen!)
Das Sahnehäubchen waren dann, die erst nach über einer Stunde reinplatzenden angeblichen „Berliner Antifas“. Es waren natürlich keine, sondern Wahnwichtel, die sich aufregten das sie nicht SOFORT dran kamen, um, als sie es dann waren, krudes Zeug von sich zu geben (die am Morgen genannten Truppenzahlen vor der Ukraine waren diesmal doppelt so hoch) und sie warfen allen Anwesenden vor, dass sie lieber was tun sollten (mit neurechten Spinnern auf die Straße gehen oder was?!) , anstatt nur zu reden, z.B. miteinander reden! (Muss man glaube ich nicht verstehen!)
Der YT-Kanal https://www.youtube.com/user/MrMarxismo/videos hat den Abend aufgezeichnet. Ich freue mich darauf es noch mal zu sehen. 1. wegen dem Spaßfaktor. 2. Weil der Rest der Diskussion eigentlich echt gut und sehr interessant war.
Nach dieser für uns sehr amüsanten Einlage ging es dann noch ins Klapperfeld (ein besetzter Knast) wo u.a. Tick Tick Boom auftreten sollten. Wir waren kurz im hoffnungslos überfüllten Konzertraum doch suchten uns dann lieber eins der gemütlichen Wohnzimmer in dem Gebäude um den Abend dort gemütlicher zu verbringen.
Am Sonntag sind wir dann zum Studierendenhaus weil es dort noch ein Abschlußplenum geben sollte doch nach zwei Kaffee war uns klar, dass wir kaum noch aufnahmefähig waren und so fuhren wir dann doch lieber wieder Richtung NRW.

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