Monat: Juni 2013

30.05-01.06.13 Blockupy 2013 + 08.06.13 Sündenblock-Demo Erlebnisberichte

Tag 1

Wir sind am Donnerstag den 30.05. um ca. 13:50uhr mit etwa 40 Aktivisten in einem Reisebus vom Düsseldorfer Hbf losgefahren, Richtung Frankfurt zu den Blockupy Aktionstagen.

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke, bekamen wir über Twitter die Meldung dass die 5 Reisebusse aus Berlin von der Zolipei aufgehalten wurden. Die Busse und alle Insassen sollten komplett durchsucht und die Personalien von allen festgestellt werden. Da sich 40 Refugees ohne Papiere in den Bussen befanden, wurde auf diese Forderung natürlich nicht eingegangen.

Grad als wir die Nachricht bekamen fuhren 20 Einsatzwagen aus NRW (die sich nachher, durch ihr äußerst brutales Vorgehen, noch einen zweifelhaften Ruf erarbeiteten) an uns vorbei, beachteten uns jedoch nicht sondern fuhren durch nach FFM.

Als wir dann am Reebstockgelände ankamen, bauten wir schnell unsere Zelte im NRW Barrio auf und die Deli`s trafen sich in Plenen um zu beratschlagen was man wegen den Berliner Bussen machen wollte. Zur Diskusion standen, die Besetzung des Ausläufers der Autobahn oder eine Solidemo in der Innenstadt.

Aufgrund des großen Risikos, dass bei der Besetzung aus versehen jemand verletzt werden könnte und der Nutzen für die Refugees dabei fraglich war, einigte man sich auf die Solidemo.

Man versammelte sich am Infozelt und fuhr gemeinsam mit der Tram kostenbefreit zum Hbf, wobei wir von ca. 20 Einsatzwagen begleitet wurden und von einer weiteren Hundertschaft erwartet wurden.

Es gab eine kurze Auftaktkundgebung, dann wollte man auf einer mit den Staatsschützern abgesprochenen Route durch die Innenstadt ziehen. Mehrmals wollten uns die Cops in völlig menschenleere Gebiete schicken, was am Anfang zweimal durch lauten bestimmten Protest verhindert wurde.

Es gab noch eine Zwischenkundgebung auf einem gut besuchten Platz, bei der sehr eindrückliche Erlebnisberichte aus anderen Ländern und persönliche Schicksale (z.B. ein in Deutschland aufgewachsener Grieche erzählte von seinem Onkel, der gestorben war, weil die Ärzte ihm, aus Kosten Gründen nicht sagen wollten das er Krebs hatte) vorgetragen wurden.

Dann bekamen wir von den Marsmännchen mitgeteilt das die Busse angeblich ohne weitere Maßnahmen zum Camp gelassen worden wären und wir deswegen das ganze ja jetzt langsam beendet werden könnte. Als wir die Angaben überprüften, stellte sich heraus dass sie so nicht ganz stimmten. Ein Bus in dem sich 15 der Refugees befanden, war zu ihrem Schutz nach Berlin zurück gefahren, danach waren die anderen Busse weiter gelassen worden. Daher skandierten wir ab diesem Zeitpunkt „Wir sind nicht alle, es fehlen 15 Refugees.“

Beim verlassen des Platzes wollten uns die Jungs in Grün  wieder sofort in Publikums freies Gebiet führen, was noch ein letztes mal verhindert wurde, kurze Zeit später waren wir dann jedoch völlig von Passanten befreit und wurden auf verlassenen Straßen zurück zum Hbf gelotst. Dort gab es noch eine Abschlusskundgebung und man fuhr gemeinsam zurück zum Camp.

Dort ließ man den Abend in geselligen Runden ausklingen und versuchte früh schlafen zu gehen (was natürlich kaum jemandem gelang), da man am nächsten Morgen schon um 4:30uhr aufstehen musste.

Tag 2

Nach, für die meisten von uns, nur 2-3 Stunden Schlaf, hieß es aufstehen, anziehen, schnell ein Brot reinschlingen, Müsliriegel einpacken und los zum Treffpunkt.

Geordnet und gut koordiniert ging es schnellen Schrittes Richtung Innenstadt um dort mit zwei anderen Fingern, die von anderen Startpunkten kamen, zusammen die EZB zu umzingeln und zu blockieren. Die ganze Aktion war natürlich nicht genehmigt und so wechselte man auf dem Weg dorthin immer wieder die Straßenseiten und bog in neue Routen ab sobald die Cops sich näherten. Ohne große Hindernisse kamen wir so bis zu einer Ecke kurz vor der EZB.

Dort erwartete uns eine Polizeikette, die sich auch sofort ihre Handschuhe und Helme anzogen um uns aufzuhalten. Wir beratschlagten unsere weitere Vorgehensweise und warteten auf noch ca. 100 nachkommende Aktivisten, als sich die Polizeikette plötzlich auflöste und wir nach einem kurzen Sprint (sicher ist sicher)direkt an den aufgestellten Hamburgergittern vor der EZB ankamen.

Obwohl die Demonstranten nicht mehr taten als friedlich an den Gittern zu rütteln und diese mit Schlössern zusammen zu schließen oder mit Transparenten zu schmücken, kam es immer wieder zu grundlosen, großflächigen Pfefferspray Einsätzen und gewaltsamen Übergriffen seitens der Polizei, die wild um sich schlagend in die bunt gemischten (Alter, Herkunft, Geschlecht) Demonstranten stürmten und so eine Überreaktion unsererseits provozieren wollten. Viele dieser Knüppeleinheiten konnten durch die bloße Menge der Demoteilnehmer wieder vertrieben werden.

Immer wieder wurde uns gedroht, dass der vor uns stehende WaWe 10.000 (Wasserwerfer) gleich eingesetzt würde, was aber zumindest an dem Abschnitt an dem wir standen, nicht wahr gemacht wurde.

Immer wieder kam es zu den von der Polizei heraufbeschworenen Gewalttaten seitens der Demonstranten in Form von Seifenblasen, Konfetti und Wasserbällen. Auf diese gemeingefährlichen Angriffe mit Massenvernichtungswaffen antworteten die Cops immer wieder gerne mit (laut Zolipei natürlich nicht vorhandenen) Quarzsandhandschuh-Schlägen und Peffereinsatz (mindest Abstand 5 m) aus 10 cm Entfernung.

Nach einiger Zeit konnte durch die Ablenkung der Clownsarmee ein Gitter geklaut werden. Die Lücke wurde natürlich von den Stormtroopern sofort wieder geschlossen.

Die immer wieder eintreffenden Mitarbeiter der EZB und den mit eingezäunten Fillialen wurden durch Menschenketten von ihrer Arbeit angehalten (Ein Banker ist so ausgerastet das er vor Wut Tränen in den Augen hatte).

Natürlich arbeiteten viele eh schon in so genanten „Warrooms“ irgendwo anders und leider gab es wohl beim Blockadering um die EZB ab und an ein paar Lücken so das wohl doch der ein oder andere durchkam aber ein Großteil konnte an diesem Tag zumindest kein weiteres Unheil anrichten. Es regnete den ganzen Morgen wie aus Eimern doch alle blieben standhaft.

Nach Absprache mit allen beteiligten Gruppen wurde die Blockade koordiniert um 10:30 beendet und man ging gemeinsam zum Paulsplatz um sich dort dank der organisierten Volxküche zu stärken. Anfangs wurden wir beim essen noch von einer Hundertschaft bewacht, doch nach einiger Zeit (wahrscheinlich weil sie auch Hunger hatten) ließen sie uns in Ruhe und zogen ab.

Gegen 12 uhr verließen wir alle den Platz um in vier getrennten Gruppen in verschiedenen Aktionsformen, unmenschliche Praktiken anzuklagen und Krisenprofiteure zu markieren.

Unsere Gruppe hatte sich für die Aktion „Recht auf Stadt“ entschieden. Es gab Stadtkarten die mit mehreren nummerierten X`en markiert waren. Zu welcher Zahl es gehen sollte, wurde erst im letzten Moment bekannt gegeben damit die Kapitalsschützer sich auf keinen Fall darauf vorbereiten konnten. Im Laufschritt ging es dann zur „neuen Mainzerstraße“ wo die Filiale eines großen Immobilien-Hai`s markiert werden sollte und auch wurde.

Als wir ankamen wurde erst per Megaphone erklärt warum grade dieses Ziel gewählt wurde und dann began man symbolisch, mit Pflastersteinen aus Pappmache, durch doppelseitiges Klebeband, die Glastüren und Scheiben zu verzieren und das Gebäude mit Aufklebern zu dekorieren.

Als auf einmal ein Zwanzig-Man-Trupp in die Kundgebung reinrockte, Schläge verteilte und sich einen Aktivisten brutalst packte und wegschleifte. Der physische Versuch dies zu verhindern scheiterte leider, da die Stormtrooper erneut in die Menge stürmten und man den Knüppeln nur noch mit Glück entkommen konnte. Auch die spaßig, friedvolle Truppe der Clownsarmee wurde brutal angegriffen, geschlagen und getreten.

Nachdem sich die Lage ein wenig beruhigt hatte, gab es noch eine inszenierte Rede eines angeblichen Mitarbeiters des Hauses, die so gut war, dass einige der Demoteilnehmer ihn lauthals beleidigten (sich im Nachhinein aber alle bei ihm entschuldigtem und ihm zu seiner Darstellung gratulierten). Währenddessen kreisten 5 Man Trupps mit Kameras um uns und zeigten immer wieder auf einzelne Teilnehmer, daher gingen wir nach der Rede, geschlossen und zügig zurück zum „Römer“ und hielten da ein „Deli-Plenum“ um die weiteren Schritte zu besprechen.

Aufgrund des unbegründet heftigen Eingriffs der Zolipei wollten die meissten erst mal wieder sicher ins Camp. Man einigte sich noch auf eine öffentliche Asamblea zum Thema „Recht auf Stadt“, die leider nicht die gewünschte Dynamik entwickelte, weswegen wir mit einer kleinen Gruppe zur „Zeil“ gingen um die Aktionen dort zu beobachten.

Dort hatten die gut bezahlten Hooligans des Staates „zur Sicherheit“ selbst einen Großteil der Geschäfte blockiert, so dass keiner rein oder raus kam, damit keine Gefahr durch die Sambatruppe und die um sie rum tanzenden Menschen entstehen konnte^^.(Gleichzeitig gab es noch zwei andere Aktionen u.a. eine am Flughafen mit den Refugees).

Als sich auch diese Aktion langsam auflöste, machten wir uns langsam auf den Weg zurück zum Camp. Dort angekommen ließen wir die Geschehnisse erst mal bei einem kühlen Bierchen sacken, bis uns am frühen Abend die Meldung erreichte, das es bei einer Demo in der Türkei 3 Tote und viele Verletzte gegeben hatte, daher wurde schnell beschlossen eine Solidemo zur Türkischen Botschaft zu machen.

Als wir vom Camp loszogen wurde es schon langsam dunkel, doch die Menge war laut und entschlossen. Der Spruch „Istanbul das war Mord, Widerstand an jedem Ort“ wurde sozusagen zum Motto der Aktion und immer wieder skandiert.

Schon auf dem Hinweg wurden Bengalos gezündet, was im Dunkeln natürlich sehr geil aussah und an diesem Abend die Jungs in ihren Rüstungen nicht mal dazu veranlasste irgendwas zu sagen (im Gegensatz zu den Geschehnissen am nächsten Tag) , weil sie es von anderen Gelegenheiten gewohnt sind und davon auch keinerlei Gefahr ausgeht außer man legt es wirklich darauf an (doch das hatte auch am nächsten Tag niemand). Vor der Botschaft gab es einige bewegende Reden von türkischen, kurdischen und syrischen Aktivisten.

Auf dem Rückweg wehrten wir uns mehrmals gegen die, uns von der Zolipei zugewiesene Route und nach einigen Verhandlungen und bestimmten Forderungen unsererseits, durften wir auch immer die Wege nehmen die wir wollten.

Ein Cop aus Bayern fragte den Hessischen Einsatzleiter ob er den nicht eingreifen solle, da einige Demonstranten ( es war inzwischen ca. 22 uhr) ja Bier trinken würden. Da lachte der Einsatzleiter und sagte „Ich weiß ja nicht wir ihr das bei euch macht aber wegen so was machen wir hier bestimmt keinen Aufriss…warum auch.“ So ein Verhalten hätte ich mir für den nächsten Tag auch gewünscht!!!

Tag 3

Mit ein klein wenig mehr Schlaf mehr als in der Nacht zuvor, machten wir uns um halb 11 auf den Weg zum Baselerplatz. Als wir dort ankamen, war er schon gut belebt. Wir lauschten ein wenig den Reden und vertrieben uns die nächsten zwei Stunden mit Diskussionen und Flyer verteilen.

Vor dem Beginn der Demo, sprachen wir uns in den vorderen beiden Blöcken noch mal ab. Die jeweiligen Aufgaben waren klar verteilt, vor dem ersten Lauti waren die Personen schon fest in ihren Reihen eingeteilt, hinter dem Lauti bildeten die unterschiedlichsten Bezugsgruppen vor Ort gemeinsame Ketten.

Auch wenn sehr viele dort schwarz gekleidet waren, gab es fast genau so viele Leute vorne im Antikapitalistischem Block die bunte Klamotten trugen und ihren stolz erhobenen Kopf ohne jegliches Accessoire geschmückt. Vor allem war ein größerer Teil zum ersten mal auf so einer großen und stark bewachten Demonstration. Wir sagten den Leuten noch mal explizit das es später im Verlauf der Demo an diesem Teil des Demozuges  aufgrund der aktionsfreudigen Kampfrobotter des Staates wahrscheinlich etwas ruppiger werden könnte und sie bestätigten das sie trotzdem bleiben würden, mit dem was dann folgen sollte, hatte aber in dieser Form so ernsthaft niemand gerechnet.

Schon ab dem Moment als sich der Demozug in Bewegung setzte, standen links und rechts von der Straße Hundertschaften und alle par Meter stand ein Cop mit laufender Kamera. Was man schon als unnötige Provokation werten könnte.

Deeskalativ ist so ein „gepose“ auf jeden Fall nicht, dass da jemand, um der Situation den Schrecken zu nehmen, zur Belustigung aller, einen Rauchkörper in ein Gebüsch wirft, das mindestens 1 Meter von jedem Fußsoldaten entfernt war, ist wohl kaum als aggressiver Akt oder gar Angriff auf die Kapitalsschützer deutbar. Auch wenn einer der Jungs in grün auf die sinnlose Idee kam seinen gesamten Feuerlöscher ohne Wirkung darauf zu entleeren, ging davon nie eine Brand- oder Verletzungsgefahr aus.

Auch wenn manche eben nicht gefilmt werden wollten und so möglichst wenig von ihrem Gesicht zeigten, kann mir keiner erzählen , dass ein vollgepanzerter und schwer bewaffneter Beamter sich da irgendwie gefährdet fühlen könnte wenn er in einem so großen Rudel antritt.

Nach noch nicht mal einem Kilometer ohne das es für irgendwen von uns erkennbar zu weiteren Vorfällen gekommen wäre (nichts, was nicht auch jedes Wochenende beim Fußball geduldet wird), standen auf einmal mehrere Polizeiketten auf der Kreuzung hinter dem Schauspielhaus und versperrten den Weg.

Wir rechneten jetzt zwar damit, dass die Zolipei nun irgendwelche Forderungen stellen würde über die wir dann kurz verhandeln würden und dann wie geplant weiterziehen, als plötzlich mehrere Hundertschaften in die Demo reinrockten.Als die ersten völlig verwunderten Aktivisten sich empören wollten, regnete es auch schon Pfeffer und Faustschläge.

In den Seitenstraßen standen massenhaft Nachschub-Hundertschaften und mehrere Wasserwerfer, die nur schwer auf einen erst kurz vorher angeblich gegebenen Befehl so zahlreich dort hin positioniert werden können. Auch dass es dort keinerlei bewohnte Gebäude oder Geschäfte gab, passte so unglaublich gut, um möglichst wenig Zeugen zu haben, dass es einem äußerst schwer fällt zu glauben, dass das nicht von langer Hand geplant war.

Da das Aufgebot der Strormtrooper so groß und der Kessel so dick war das ein Ausbruchsversuch nur in einem Blutbad für unsere Leute geendet wäre, kam die Durchsage vom Lauti, dass man natürlich niemandem etwas vorschreiben wolle und jeder für sich selbst entscheiden könne aber es wäre wahrscheinlich in dieser Situation produktiver die Vermummung soweit überhaupt vorhanden abzulegen. Wozu Sonnenbrillen und andere Alltagsgegenstände aber nicht zu zählen sind. Das man im Antikap-Block aus rationalen Gründen diesem Vorschlag folge leistete interessierte die gut bezahlten Hooligans kein Stück.

So schnell wie an diesem Ort sind Dixies wahrscheinlich noch nie ausgeliefert worden. Als diese so plötzlich auftauchten, war den meissten von uns schon klar, dieser Kessel soll in den nächsten paar Stunden nicht aufgelöst werden.

Immer wieder kam es aus, für die Leute im Kessel, absolut unersichtlichen Gründen zu kurzen, harten Angriffen seitens der Robocops mit Schlagstock, Quartzsandhandschuh und Pfefferspray (der Mindestabstand von 5 Metern wurde dabei sogut wie nie eingehalten obwohl es ohne Probleme möglich war).

Für sehr viel Spaß auf unserer Seite sorgte, dass einer von den filmenden Terminatoren irgendwann rückwärtz von dem Aussichtspunkt auf den er geklettert war runter fiel. Was natürlich mit lautem Lachem und viel Applaus kommentiert wurde.

Man bot an auch alle Regenschirme, Transparente etc. abzulegen um weiter demonstrierena zu dürfen, doch auch das interessierte die Kampfdrohnen nicht. Die einzigen Optionen die man uns anbot waren, dass der nicht gekesselte Teil auf einer anderen Route weiter gehen dürfte und jeder aus dem Kessel sich einer Erkennungsdienstlichen Behandlung zu unterziehen hatte. Was natürlich beides absolut inakzeptabel war.

Obwohl es den Tatbestand der Nötigung bestimmt erfüllt, wollte uns die Zolipei kein Wasser zukommen lassen und hinderte auch die anderen Demonstranten daran eben dieses zu tun. Doch da hatten sie nicht mit der Solidarität von den Leuten aus dem Schauspielhaus gerechnet. Denn die ließen an langen Seilen befestigte Eimer zu uns herunter in denen sich mit Wasser gefüllte Plastikflaschen befanden und sobald diese leer waren zogen sie sie wieder hoch und füllten sie wieder auf, den kompletten Tag lang. Danke durch euch haben wir solange durchhalten und immer wieder gute Laune verbreiten können. Als als dank dazu das Lied „!We are your Friends“ lief , explodierte die angespannte Menge vor Freude und tanzte trotz der bedrohlichen Situation freudig und ausgelassen.

Erst nachdem die Demo eh beendet gewesen wäre begannen die BFE`s damit die Leute einzeln aus ihren Ketten zu reissen und wegzuschaffen. An Tritten, Stock und Faust Schlägen wurde dabei nicht gespart. Egal ob alt oder Jung, erst schlagen, dann tragen. Stundenlang wurde so vorgegangen und es gab immer mehr Verletzte.

Als die Gangster in Uniform sich zum Lauti vorgeprügelt hatten, drehten sich komplett durch! Drei von ihnen stürmten den Wagen und schlugen alles kurz und klein, der Rest presste die neben dem Wagen in engen Reihen stehenden Demonstranten von einer Flache von ca. 50 Quadratmetern auf eine gefühlte Fläche von 10 Quadratmetern. In unseren Reihen befanden sich auch Alte und Kinder. Es dauerte 5 Minuten verzweifelter Rufe aller dort zu Presswurst gedrückten Aktivisten bis zumindest ein kleines ca. 10 Jähriges Mädchen aus dem extrem Kessel gelassen wurde.

Mit breitem grinsen stand ein „…..“ auf dem zerstörten Lautiwagen und filmte die, in dem Moment nur noch verzweifelten menschlichen Sardinen. An diesem Zustand änderte sich nichts mehr bis zum gewaltsamen einzelnen Abtransport. Ein geschickt die Wahrheit verdrehender „good Cop“ versuchte die ganze Zeit die Leute noch untereinander zu spalten was ihm aber durch beherztes richtig stellen unsererseits nicht gelang. Sprüche wie „Ihr seit in der falschen Zeit geboren, ihr wolltet doch 33-45 Dienst schieben“, kann man wirklich keinem verdenken der da war.

Anstatt die Leute einfach mit bloßer Muskelkraft aus der Kette zu ziehen (was kein Problem gewesen wäre), tratt oder schlug man lieber einmal feste zu und zog dann. Es war eine sehr erschreckende (weil auch junge Mädchen und ältere Herren von der Behandlung nicht ausgenommen wurden) gesamtsituation. Danach wurde jeder wie ein Schwerverbrecher geflilzt, überprüft, von vorne und hinten abgefilmt und an 6 Schäferhunden vorbei geführt, bevor man entweder gehen gelassen oder in die GeSa gebracht wurde.

Da der Bus nicht länger warten konnte als bis 22:30 (19:30 war eigentlich Abfahrt) musste 7 Leute unfreiwillig länger bleiben. Inzwischen sind aber alle wieder heil zu hause.

Das Lied des Tages (zusammen mit „We are your Friends“) :

let’s get masked under my…

http://vimeo.com/67749586

Sündenblock Demo

Wir sind am Samstag den 08.06.13 mit 10 Aktivisten um 7 uhr 40 vom Düsseldorfer Hbf nach Frankfurt gefahren (andere waren  schon mit dem Auto vor gefahren) um an der Demo gegen die Polizeigewallt (die wir am eigenen Leib erfahren haben) bei der Blockupy Abschluß-Demo und in der Türkei zu demonstrieren.

Als wir (nach stundenlanger Reise mit viel zu vielen Rentnerwandergruppen die die Züge fluteten) am Baselerplatz ankamen, sahen wir sofort, das aus den in der Anmeldung angekündigten 300 (^^ Spartiaten was ist euer Handwerk Auu Auu Auu, wurde der Demo Dauerrenner) direkt mal mindestens 3000 geworden waren (später zwischen 7-10.000).

Jeder der da war hatte sich auf kreative weise eine angebliche Vermummung zugelegt. Viele waren schwerbewaffnet mit Sonnenschirm und Sonnenbrille. Wir hatten Umzugskartons schwarz angemalt, kleine Sichtschlitze rein geschnitten und sie uns über den Oberkörper gezogen. Der Black Block aus NRW^^!! Bewaffnet waren wir zusätzlich mit Luftschlagenspray auf dem groß geschrieben stand „Scharfes Chillipfefferspray“.

An dem Ort hinter dem Schauspielhaus wo die Polizei uns auf brutalste Weise angegriffen hatte, gab es die erste Kundgebung. Von da an marschierte unser schwarzer Block hinter dem Sündenblock, ein mindestens 4 mal 4 bis 6 mal 6 Meter großes Holzgestell auf Rädern an dessen Aussenseiten die Bilder der Schande in Großformat angebracht waren (Bilder  von der Polizeigewalt in FFM und in der Türkei). In ihm liefen ca 15 schwarz angemalte Demonstranten mit Sonnenbrillen und Regenschirmen um es zu Schieben.

Man hat sehr schön an diesem Tag gesehen von wem die Gewalt letztes mal ausging. Letztesmal waren unmengen an gewaltbereiten schwer bewaffneten und vermummten Prügelknaben in Rüstungen anwesend und hat randaliert und Menschen schwer verletzt, diesmal war so gut wie gar keine Polizei anwesend und es war eine der friedlichsten, schönsten und lustigsten Demonstrationen die man sich vorstellen kann.

Die Demonstranten stürmten teilweise auf Baustellen los und zerrten sie auf eine Seite der Straße aber nicht um Barrikaden zu errichten sondern nur um dem Sündenblock den Weg frei zu machen. Nichts wurde zerstört obwohl sich sehr viele aus dem Kessel (wie auch wir) unter ihnen befanden, die allen Grund hatten um stinkwütend zu sein!!!

Das die paar verschämt dastehende Cops einen lauten Chor von ca. 8.000 Stimmen zu hören bekamen „Haut ab haut ab“ schienen diese reuhmütig zu verstehen. Sie hüteten sich auch davor irgendwem von uns blöd zu kommen. Die wussten genau wer an der Eskalation das Wochenende davor Schuld war!!!

Am Opernplatz gab es eine weitere Kundgebung während der viele den dort stehenden Brunnen nutzten um ausgelassen darin herum zu plantschen und sich ein wenig abzukühlen.

Wir verabschiedeten uns von unseren schwarzen (Sauna) Blöcken und errichteten mit ihnen eine Klagemauer vor der alten Oper. Dann ging es weiter bis auf die Wiese vor der EZB (wo das Occupy Camp gewesen war) zur Abschlusskundgebung. Diesmal gab es keinen Natodraht, keine Betonbarrikaden, keine Hamburgergitter, keine Wasserwerfer, keine Storm Trooper, keine Schäferhunde und deswegen keinerlei Zerstörung oder Gewalt!!!!!!! Nur das Eurozeichen wurde mit allem möglichen markiert.

Blockupy #Dance #Talk #Act Veranstaltungen 2014 in FFM:

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